Wenn ein passionierter Hobby-Fotograf an Urlaub denkt, denkt er/sie auch automatisch an die vielen schönen Fotos, die er/sie dort schießen wird. Nur, wie oft bin ich von meinen Fotoreisen und Ausflügen in Andalusien zurückgekehrt und habe mich geärgert, weil ich ganz wichtige Plätze, Bauten oder anderes nicht fotografiert hatte. Richtig ärgerlich ist das, wenn man an Orte reist, die man so schnell nicht wieder besucht. Um dies zu vermeiden, habe ich mit der Zeit eine Methode entwickelt, mit der ich mich auf solch eine Fotoreise vorbereite.

Recherche der besten Plätze, um mein Reiseziel zu fotografieren

Mancher wird sich jetzt fragen, warum soll ich mich überhaupt vorbereiten. Ich komme an und lasse mein Reiseziel auf mich wirken, da gibt es schon genug zu fotografieren. Sicherlich, für Urlaubsschnappschüsse ist das ausreichend. Nur wenn ich mich ausführlich vorbereite, habe ich auch die Garantie, spektakuläre Fotos mit nach Hause zu bringen. In wie weit ich mich dann vor Ort an meinen Plan halte, ist eine andere Frage.

Vorab muß ich mir erst einmal überlegen, was ich überhaupt fotografieren möchte: Monumente und Plätze in den Städten; das urbane Leben, Menschen, Feste etc., atemberaubende Landschaften oder Strände, … Wenn ich das klar habe, geht es an die Recherche. Nur wo soll ich suchen?

Webseiten der Städte und Gemeinden

Um das urbane Leben und Einheimische zu Fotografieren, eignen sich besonders gut die Markthallen, die es in jeder Stadt gibt oder die Wochenmärkte. Oder auch die regionalen Feste eines Ortes, die oftmals mit traditionellen Prozessionen einher gehen. Die Termine der Märkte und Feste findet Ihr auf den Webseiten der Städte und Gemeinden.

Fotos anderer Fotografen sichten

Um nach schönen Landschaften, Stränden, Ruinen, Lost Places oder interessanten Monumenten zu suchen, schaue ich mir Fotos anderer Fotografen an. Dazu besuche ich die Fotoportale Flickr und 500px und nutze die Suchfunktion bei Google Images.

Alle drei Optionen haben Suchfunktionen, über die ich nach bestimmten Schlagworten suchen kann. Bei Flickr gefällt mir, dass viele Fotografen die Fotolocation direkt auf einer Karte markiert haben. Über diese Art der Recherche habe ich schon so manche Fotolocation gefunden, die in keinem Reiseführer genannt wird. Oder Aufnahmen von Monumenten, Plätzen oder Stadtteilen aus einer ganz bestimmten Perspektive, auf die ich vor Ort wahrscheinlich gar nicht gekommen wäre. Dann versuche ich herauszufinden, von wo diese Aufnahme gemacht wurde.

Ich schaue mir doch keine Fotos von anderen an, ich will meine eigenen Fotos machen, ein Argument dass immer wieder auftaucht. Ich kann dazu nur sagen, wenn 10 Fotografen das selbe Objekt fotografieren, kommen 10 unterschiedliche Fotos heraus. Man kann einen Fotografen nicht kopieren. Aber man kann sich inspirieren lassen. Und mit etwas theoretischem Hintergrundwissen kann man von den Fotos guter Fotografen sehr viel lernen.

Der Blog Fotolocations in Andalusien

Ein weiteres Hilfsmittel für Eure Recherche ist natürlich dieser Blog mit der Rubrik Fotolocaitions in Andalusien. Hier werde ich all die Fotolocations eintragen, die ich besucht habe und für interessant halte. Auf der Übersichtskarte könnt Ihr schauen, welche Orte es in der Region gibt, die Ihr bereisen werdet.

Das Auswerten und Festhalten der gefundenen Orte

Wenn ich mit meiner Recherche abgeschlossen habe, werte ich meine Funde aus und  sortiere den ein oder anderen nicht so interessanten Ort aus. Die Ergebnisse notiere ich dann in meinem Notitzbuch, welches ich immer in meinem Fotorucksack mitführe. Soweit möglich, markiere ich mir die gefundenen Location in Google Maps, so dass ich sie auf meinem Smartphon immer unter „Meine Orte“ aufrufen und mich über die Navigation hinführen lassen kann. So, jetzt kann die Reise beginnen.

Welche Fotoausrüstung brauche ich für Andalusien?

Wer auf Reisen geht, sollte ein Minimum an Ausrüstung mitführen, für eine Fotoreise nach Andalusien ist das nicht anders. Wenn Ihr in etwa wisst, was Ihr fotografieren wollt, wisst Ihr auch, welche/s Objektiv/e Ihr mitnehmen solltet.

Filter: Ich habe auch immer zwei unterschiedliche ND-Graufilter dabei. So kann ich z.B. auf belebten Plätzen über Lanzeitbelichtung die Menschenmenge ausblenden. Oder ich einen Wasserlauf mit „weichem Wasser“ oder einen Strand fotografieren möchte. Dem ein oder anderen ist vielleicht ein Polarisationsfilter nützlich. Ein Bekannter von mir fotografiert nur mit dem Polfilter, da er der Meinung ist, dass das Licht in Andalusien zu stark sei. Ist sicherlich Geschmacksache oder kameraabhängig. Ich komme in der Regel ohne aus.

Kauftipp:

 

Stativ: Ich weiß, ein Stativ mit rum zu schleppen ist lästig, aber manche Aufnahmen gehen nun mal nicht ohne. Ich habe zumindest immer mein keines Manfrotto Tisch-Stativ dabei, das kann ich dann auf eine Mauer, einen Tisch oder auf den Boden stellen. Wenn ich weiß, dass ich eines brauche, schnalle ich mein Reise-Stativ (Sirui ET-1004/E-10) an meinen Fotorucksack.

Ersatzakku: Nichts Schlimmeres als wenn im wichtigen Augenblick der Akku versagt. Darum habe ich immer einen geladenen Ersatzakku dabei. Und natürlich das Ladegerät im Gepäck. Die Steckdosen hier in Spanien sind übrigens die gleichen wie in Deutschland, man benötigt also keinen Adapter.

Kauftipp:

Ersatzspeicherkarte und Datensicherung: Auch die sollte nicht fehlen. Ich führe immer mehrere Speicherkarten mit. Lieber mehrere kleinere (8 – 16 GB) als eine große. Auch solltet Ihr Euch über die Datensicherung während Eurer Reise Gedanken machen. Ich lasse auf Reisen immer alle Fotos auf der Speicherkarte. Abends im Hotel speichere ich dann über mein Notebook zusätzlich eine Kopie auf meinem externen Speicher. Selbst wenn Euch mal die Kamera geklaut wird, was natürlich ein Drama ist, aber Sie ist ersetzbar. Die Fotos sind für immer weg, wenn Ihr keine Kopie habt.

Schutz vor Feuchtigkeit und Sand: Wenn Ihr viel am Strand fotografiert, dann werdet Ihr mit diesen Problem konfrontiert. Ich habe immer ein Mikrofaser-Tuch dabei, das ich zwischenzeitlich über die Kamera legen und mit Gummiband befestige und wenn es schlimmer wird eine einfache Regenhaube für Kameras. Und ein feines Brillentuch, falls die Linse beschlagen sollte. Wenn ich das Gefühl habe, meine Kamera hat zu viel Feuchtigkeit abbekommen, schraube ich das Objektiv ab, lege über Nacht einen kleinen Silicagel Beutel in den Köper und verschließesie  mit dem Objektivdeckel. Die Kamera so halten/legen, dass der Beutel nicht auf dem Sensor liegt. Ganz besondere Vorsicht ist geboten beim Objektivwechsel am Strand.

Schutz vor Diebstahl

Auch wenn es lästig ist, lasst Eure Kameratasche nie im Auto liegen, schon gar nicht von außen sichtbar. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, wie schnell ein Auto aufgebrochen ist. Und wenn Ihr die Tasche dabei habt, achtet darauf, dass sie immer verschlossen ist und nicht von Fingerfertigen aufgemacht werden kann. Von Barcelona habe ich gehört, dass dort die Taschendiebe den Kameragurt mit einer Klinge durchtrennen und einem die Kamera entreißen. Um dem entgegen zu wirken, gibt es Kameragurte mit eingewobenem Stahldraht. Nicht, das jetzt ein falscher Eindruck entsteht. Andalusien ist auch nicht gefährlicher als Deutschland, was das angeht. Aber Ihr wisst ja, Gelegenheit macht Diebe.

Nützliche Apps

Zum Schluß noch zwei nützliche Apps, die die Planung Eurer Outdoor Shootings erleichtern.

LunaSolCal Mobile: Die App gibt es für Android und iPhone. Sie zeigt Euch an, wann Sonne und Mond an Eurem Standort auf- und untergehen und wann die Goldene Stunde beginnt und endet. Zuden werden noch weitere Abend und Morgendämmerungen aufgeführt, wie die Bürgerliche (Blaue Stunde), Nautische und Astronomische Dämmerung.

Sun Surveyor: Ebenfalls für Android und iPhone erhältlich. Sie kostet zwischen 8.- und 10.- €. Die App zeigt Euch den Verlauf der Sonne an Eurem Standort an.

Zusammengefasst

Auch wenn die Fotografie auf Reisen von Improvisation und Spontanität dominiert wird, so ist eine ordentliche Planung der Fotolocations sinnvoll, denn Sie garantiert Euch, dass Ihr die wichtigsten Fotomotive, die Eurer Reiseziel zu bieten hat, auf Eure Speicherkarte bekommt. Und wenn Eure Liste dann im Urlaub doch nicht zum Einsatz kommt, dann hoffentlich nur, weil Ihr so viele andere Fotomotive abgelichtet habt, dass Ihr restlos zufrieden mit Eurer „Beute“ seid.

Wie bereitet Ihr Euch auf Euren Fotourlaub vor? Ich freue mich Tipps, Anregungen oder Fragen.